tell.me.sth.new!



Choreographie und Tanz: Julia Klockow
Live Musik u. Percussion: Maria Luisa Pizzighella
Figurenspiel: Claude Bwendua 
Dramaturgie: Zina Vaessen
Licht: Ingo Keil
Staging: Kammertheater 2024

Pictures: Roman Pawlowski






tell.me.sth.new! lotet die transformative Kraft des Schneidens aus. Inspiration für die interdisziplinäre Tanzperformance stiften die autobiografischen Erzählungen von vier Menschen, die sich auf einen Aufruf zum Thema Identitätswandel und Bekleidung gemeldet haben. Gemeinsam kreiert das Team einen fiktiven Erfahrungsraum, der die Beziehung von Identität, Transformation und Bekleidung im Sinne einer gesellschaftlichen Haut untersucht. tell.me.sth.new! versteht Lebensgeschichten als fluide Gebilde, die wir uns selbst und anderen immer wieder neu erzählen.

Über die Inszenierung
Julia Klockow inszeniert in tell.me.sth.new aus den Lebenswegen der Geschichengeber:innen, ihrer eigenen Biografie und kulturellen Informationen performative Mischwesen. Im Wechselspiel mit verschiedenen Intensitäten von figurativer Darstellung und performativen Momenten lässt sie aufscheinen, dass das Echte im Theaterraum immer präsent ist und das Fiktive ebenso immer im Realen. In einem tänzerischen, zerlegenden Prozess erzählt tell.me.sth.new! von den kraftraubenden, gebärenden und befreienden Prozessen der Transformation und der Identitätsbildung, die in der modernen Welt ein nie abgeschlossener Prozess zu sein scheint. Der Tanz bewegt sich zwischen dem konkreten Akt des Schneidens und der Abstraktion.
Ihre choreografische Praxis trifft auf die künstlerischen Handschriften der italienischen Percussionistin Maria Luisa Pizzighella und des kongolesischen Figurendesigners Claude Bwendua. Die energiegeladene Musik von Pizzighella mischt elektonische mit akkustischen Sounds und erschafft eine musikalisch vibrierende Landschaft – durchdringend, kontemplativ und erzählerisch. Die farbenprächtigen Figuren von Claude Bwendua scheinen sich dem Diesseits zu entziehen. Im Stück erscheint Limbondo, ein nebulöses Wesen, dessen Daseinsberechtigung nicht zur Debatte steht, jedoch nahezu die Maße des Bühnenraums sprengt.

Entstanden ist eine pulsierende Neuerzählung aus Tanz, Musik und intensiver Formensprache, abseits eines Anspruchs auf Chronologie und Vollständigkeit.


Through a choreographic process of cutting apart and reassembling, tell.me.sth.new! by Julia Klockow explores the exhausting and liberating processes of transformation and identity formation—processes that, in the contemporary world, seem never to reach completion. The choreography moves between the concrete act of cutting and abstraction.

Her choreographic practice meets the distinctive artistic voices of Italian percussionist Maria Luisa Pizzighella and Congolese figure designer Claude Bwendua. Pizzighella's energetic score blends electronic and acoustic sounds, creating a vibrant sonic landscape that is penetrating, contemplative, and deeply evocative. Claude Bwendua's vividly coloured figures seem to transcend the earthly realm. Among them is Limbondo, a nebulous being whose right to exist is never questioned, yet whose presence almost exceeds the dimensions of the stage itself.