Zina Vaessen (*1983, CH) ist freischaffende Choreografin und Tänzerin. Sie lebt und arbeitet zwischen Freiburg (D) und Basel (CH). Nach einem Studium der Soziologie in Genf sowie Musik- und Bewegungspädagogik an der staatl. Musikhochschule in Trossingen und Stockholm schloss sie 2013 ihre Ausbildung in Tanz, Improvisation und Performance an der TIP in Freiburg (D) ab. Von 2014 bis 2018 war sie Mitglied der Kompanie OFFSPACE in Kassel und produzierte mehrere Arbeiten, gefördert von den Kulturämtern Freiburg und Kassel. 2018 wurde sie mit einem Stipendium des Tanznetzes Freiburg gefördert, in dessen Rahmen die Choreografin Jana Unmüßig ihre choreografischen Recherchen als Mentorin begleitete. Ihre neueste Arbeit ist April `19 (Südufer, 2019).

Seit 2020 hat sie ein Förderatelier in der Klingentalkirche Basel. Im Sommer 2020 war sie Artist-in-Residency in der Fundaziun Nairs (CH). Neben eigenen Choreografien arbeitete sie u.a mit Bruce Nauman, Alexandra Pirici und Maximilian Bauer zusammen. Zina Vaessens choreografische Methoden sind durch Techniken aus der Praxis der bildenden Kunst und des Filmschnitts geprägt.


„Obwohl ich mit einem erweiterten Verständnis von Tanz operiere, zeige ich meine Arbeiten am liebsten unter den konzentrierten Bedingungen der Black Box eines Theaterraums. Mich interessiert der eigene Charakter einer einzelnen Bewegung. Und wie eine Bewegung mit der darauffolgenden spricht. Tanz spricht mich dann an, wenn er neue Lesarten kulturell eingefahrener Narrationen ermöglicht. Ich interessiere mich für Formen und ihre emotionale Wirkung. Vielleicht finden wir keine Begriffe für eine Form, wissen aber trotzdem genau, wie diese Form sich anfühlt. Ich interessiere mich für den Moment, in dem die Sprache kurz aussetzt und wir nur sagen können, dass etwas passiert ist: für alle Lücken, Löcher, Brüche, Nicht-Verbindungen und Abgründe. Ich interessiere mich für Kollisionen verschiedener Ordnungen, so zum Beispiel von Konkretem und Abstraktem, aus denen oft neue Narrative entstehen. Dafür schneide und überlagere ich Bewegungsmaterial und setze neu zusammen.

Es macht mir Spaß, alltägliche Bewegungen der Menschen zu beobachten. Ich genieße ungewöhnliche Formen und Zeitabläufe: Bewegungen, die ungenau erscheinen, die kaum wahrnehmbar von der Erwartung abweichen, deren Charakter sich nur im genauen Hinsehen erschließt. Aus diesem Grund konzentriert sich meine Arbeit auch auf den Prozess des Beobachtens.

Zurzeit denke ich, dass ich eine Cutterin bin und manchmal, im Neu-Zusammensetzen der Bewegungs-Schnipsel, eine Malerin.“



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