Was
im Theater selbstverständlich ist – das Hineinschlüpfen in Rollen, mit ihren
unterschiedlichen Gefühlslagen – wird in Different ways of being
in verwandelt in tänzerische Befragungen: Was ist ein
emotionaler Zustand, wenn ich ihn nicht spiele, sondern ihn tatsächlich
körperlich zulasse? Wie werde ich von etwas „ergriffen“? Wann falle ich aus
einer Emotion oder einem Bewegungsablauf heraus? Uns interessiert, wie sich
diese Brüche und Übergänge in Muskulatur, Atmung, Tempo, Blicken
niederschlagen. Wir
interessieren uns für Schwellen, Rhythmen und Grenzen: Was geschieht zwischen
zwei Zuständen, wie nimmt der Körper sich in unterschiedlichen szenischen
Situationen wahr? Wie beeinflußt mich die Tanz-Partnerin? Die Antworten
bleiben offen – Momentaufnahmen in Bewegung.
Wir
sind immer in etwas drinnnnn - umhergewirbelt von der großen Wunsch-Maschine.
Doch bemerken wir es, und verstehen wir, wie diese Wünsche und Zustände unsere
Perspektive auf das Leben prägen? Was lässt sich mit ihnen anderes anfangen,
wie lassen sie sich verändern?
Different
ways of being in versteht die Bühne als einen Ort der Aushandlung:
zwischen zwei Körpern, zwischen zwei Menschen, zwischen zwei Tänzerinnen und
ihrem Verhältnis zu den Anderen. Die Bühne ist dabei kein abgeschlossener Raum,
sondern ein Resonanzfeld mit den Anwesenden. Die Arbeit setzt auf das Risiko
der Sichtbarkeit: innere Schwankungen, Unsicherheiten und Überforderungen
werden nicht geglättet, sondern zugelassen. Es geht nicht um das Versprechen
„authentischer Emotion“, sondern um Transparenz: Wie viel Unentschiedenheit,
wie viel Kippen, wie viel Unkontrollierbarkeit hält eine Form aus, bevor sie
zerfällt – und was kann aus diesem Zerfall Neues entstehen?
© Zina Vaessen, 2025
What is taken for granted in theatre—the slipping into roles with their different emotional states—is transformed in Different Ways of Being In into a choreographic inquiry: what is an emotional state when I do not perform it, but physically allow it to happen? How am I “gripped” by something? When do I fall out of an emotion or a movement sequence? We are interested in how these shifts and ruptures manifest in musculature, breath, tempo, and gaze.
We are drawn to thresholds, rhythms, and limits: what happens between two states, and how does the body perceive itself in different scenic situations? How does my dance partner affect me? The answers remain open—snapshots in motion.
We are always already inside something—whirled around by a vast machine of desires. But do we notice it, and do we understand how these desires and states shape our perception of life? What else can be done with them, and how might they be transformed?
Different Ways of Being In understands the stage as a site of negotiation: between two bodies, between two people, between two dancers and their relation to others. The stage is not a closed space, but a field of resonance with those present. The work embraces the risk of visibility: inner fluctuations, uncertainties, and states of overwhelm are not smoothed out, but allowed to appear. It is not about promising “authentic emotion,” but about transparency: how much indeterminacy, instability, and loss of control can a form hold before it collapses—and what new possibilities might emerge from that collapse?